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Alles zur Hygiene von Lebensmitteln & Lagerung von Arzneimittel

Nachdem wir nun im zweiten Teil die Flächendesinfektion und Umgebungshygiene kompakt und verständlich besprochen haben, widmen wir uns in diesem Teil unseres Blogbeitrags dem Umgang mit Arznei- und Lebensmitteln und infektiösen Abfällen.
Unser Ziel ist hier, die Entstehung von Keimquellen zu vermeiden, bestehende Keimquellen zu minimieren und dadurch die indirekte Kontaktübertragung zu reduzieren. Hier lernst Du alles über die richtige Hygiene bei der Abfallentsorgung und den Umgang mit Wäsche, Arznei- und Lebensmitteln.

Abfallentsorgung (Infektiöse Abfälle)

Im folgenden Abschnitt geht es um den korrekten Umgang und die richtige Entsorgung von „normalen“ und infektiösen Abfällen.

Siedlungsabfälle

“Siedlungsabfälle” sind Abfälle, wie sie auch in ganz normalen Haushalten entstehen, z.B.:

  • Papier
  • Glas
  • Plastik
  • Restmüll
  • Essensreste

Verpackungsmüll

Bei der Entsorgung und Sortierung sind lediglich die für den Hausmüll üblichen Vorgaben des Müllentsorgungsunternehmens zu beachten.

Entsorgung kontaminierter Abfälle

Kontaminierte Abfälle sind Abfälle, die mit potentiell infektiösen Substanzen (z.B. Fäces, Atemwegssekret, Urin, Blut etc.) behaftet sind. Bei diesen Abfällen besteht die Möglichkeit einer Kontaktübertragung von Biostoffen. Daher solltest Du Schutzhandschuhe tragen und Dir danach die Hände desinfizieren.

Dabei gelten folgende Hygieneregeln:

  • Kontaminierte Abfälle werden am Ort ihrer Entstehung möglichst in kleinen Beuteln gesammelt, die danach verschlossen (zugeknotet) den Siedlungsabfällen zugegeben werden.
  • Kontaminierte Abfälle sollen nicht offen im Krankenzimmer bzw. im Haushalt verbleiben und dürfen weder umgefüllt noch nachsortiert werden.
  • Zur Entsorgung von spitzen oder scharfen Gegenständen siehe Kapitel 4. Verletzungsprophylaxe in „Grundlagen der Hygiene Teil 1 – Personalhygiene & Schutz vor Biostoffen“

Entsorgung infektiöser Abfälle

Von infektiösen Abfällen wird gesprochen, wenn Abfälle mit Erregern meldepflichtiger Infektionserkrankungen (§ 6 IfSG), wie z.B. Tuberkulose, Typhus oder Diphtherie behaftet sind. Eine unsachgemäße Handhabung von infektiösen Abfällen kann deshalb zu einer Übertragung von Infektionen führen. Daher sind spezielle Entsorgungsbehältnisse notwendig, in welchen die Abfälle separat von Siedlungs- und kontaminierten Abfällen gesammelt werden.

Entsorgung von Sonderabfällen

Als Sonderabfälle bezeichnet man Abfälle, die auf Grund ihrer speziellen Eigenschaften und enthaltenen Gefahrenstoffe besondere Maßnahmen der Abfallsammlung und -entsorgung erfordern und für deren Entsorgung der Pflegedienst nicht zuständig ist.

Umgang mit Wäsche

Zum hygienegerechten Umgang mit Frischwäsche solltest Du Folgendes beachten:

  • Der Umgang mit Frischwäsche erfolgt mit desinfizierten Händen.
  • Lagere Frischwäsche niemals zusammen mit Schmutzwäsche, sondern immer separat z.B. in geschlossenen Schränken.
  • Schmutzwäsche kann mit Biostoffen behaftet sein. Daher solltest Du beim Umgang Schutzhandschuhe tragen.
  • Bei stark verschmutzter Wäsche infizierter Patienten kann z.B. auch ein Schutzkittel notwendig sein.

Beachte außerdem folgende Hygieneregeln im Umgang mit Schmutzwäsche:

  • Entsorge Schmutzwäsche am Ort des Anfalls mit den vorhandenen Wäschesäcken.
    • Falls Stuhlgang, Erbrochenes etc. darauf sein sollte, solltest Du dieses mit Tüchern grob entfernen.
  • Die Lagerung oder der Transport von Schmutzwäsche muss in verschlossenen Säcken erfolgen.
  • Verwende bei Infektionswäsche, welche Du aus einem Zimmer entfernst, auch immer ein flüssigkeitsdichten blauen Sack aus Plastik.
  • Wir Schmutzwäsche keinesfalls auf den Fußboden.
  • Nachdem Du Kontakt mit verschmutzter Patientenwäsche (Bettwäsche, Leibwäsche) hattest, musst Du Dir danach die Hände desinfizieren.

Wenn die Gefahr besteht, dass die gefüllten Wäschesäcke durchfeuchten (z.B. durch stark verblutete oder verkotete Wäsche), kannst du diese zusätzlich in einen flüssigkeitsdichten roten Sack aus Plastik geben. Somit ist für die Hauswirtschaft ersichtlich, dass diese Säcke Priorität haben und zunächst mit einem Vorwaschprogramm gewaschen werden müssen. Es ist untersagt abgeworfene Wäsche aus den Wäschesäcken verschiedener Zimmer zusammenzusuchen, um eine Waschmaschine zu füllen. Für jeden Klienten ist die Wäsche separat (patientenbezogen) zu waschen.

In der folgenden Audiodatei fasst Gianluca Minucci nochmal die wichtigsten Punkte zum Umgang mit Wäsche zusammen.

Hygiene im Umgang mit Arznei- und Lebensmitteln

Lagerung von Arzneimittel

Stelle sicher, dass die Lagerung von Medikamenten gemäß den Vorgaben des Herstellers (Beipackzettel) erfolgt. Nicht zu kühlende Medikamente (Tabletten, Dragees, Tropfen usw.) werden in den Verpackungen, grundsätzlich lichtgeschützt, trocken, kühl und geschlossen gelagert. Lagere zu kühlende Medikamenten getrennt von Lebensmitteln bei +2 bis +8 °C, ohne dass die Medikamente mit der Rückwand des Kühlschranks Kontakt haben (Gefahr der Erfrierung).

Folgende Dinge solltest Du bei einem Medikamentenkühlschrank kontrollieren und dokumentieren:

  • Temperatur, Ordnung, Sauberkeit, Funktion
  • Verfallsdatum
  • Sachgemäße Positionierung
  • Sachgemäßer Umgang mit Stammampullen

Im folgenden Video erklärt Dir Gianluca Minucci zusammenfassend, was beim Medikamentenumgang zu beachten ist.

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Hygiene bei Lebensmittel und Ihre Lagerung

  • Angelieferte / zubereitete Lebensmittel sind zum sofortigen Verzehr gedacht.
  • Beschrifte Lebensmittel, die einem bestimmtem Patienten gehören, mit dessen Namen.
  • Bei angebrochenen Lebensmittelpackungen (z.B. Joghurt) solltest Du diese vor der Lagerung mit Datum und Uhrzeit des Anbruchs beschriften. Sie sind bis Ende des Folgetages zu verbrauchen.
  • Ungekühlte Lebensmittel lagerst Du an den dafür vorgesehenen Orten kühl, trocken und staubgeschützt.
  • Speisenzubereitung innerhalb der Küche darf nur unter Mitwirkung von Personal erfolgen, welches gemäß § 43 IfSG belehrt worden ist.
  • Infektiöse Patienten haben zu Stations- und Wohngruppenküchen keinen Zutritt.
  • Vor Beginn der Arbeiten als auch beim Wechsel von reinen zu unreinen Tätigkeiten (von Gemüse putzen zu portionieren) solltest du eine Händedesinfektion durchführen.
  • Falls du gegarte Speisen zubereitest, erhitze diese auf eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C und serviere diese bei 65 °C.
  • Nach Beendigung der Küchenarbeiten findet eine Aufbereitung der Utensilien und Flächen nach den Vorgaben des Reinigungs- und Desinfektionsplanes statt.

 

So, nun sind wir am Ende des dritten Teils unserer Reihe zu den Grundlagen der Hygiene angelangt. Im nächsten Teil behandeln wir die Hygiene bei medizinisch-pflegerischen Maßnahmen.

Bleib dabei und viel Spaß.

Du kannst Dir >>HIER<< auch den gesamten Beitrag zur Grundlage der Hygiene als PDF herunterladen.

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