Bedeutung und Zweck des endotrachealen Absaugens

In der Welt der medizinischen Versorgung sind Fachwissen und präzise Techniken entscheidend, um die Patientensicherheit und -gesundheit zu gewährleisten. Ein wesentlicher Aspekt in der Intensiv- und Notfallpflege ist das endotracheale Absaugen – eine lebensrettende Maßnahme, die bei einer Vielzahl von Patienten angewendet wird – besonders in der Intensiv- und Notfallpflege. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des endotrachealen Absaugens ein, ergänzt durch wichtige Anmerkungen und Präzisierungen, um die Pflegepraxis weiter zu verbessern. Darunter ist eine Prozedur zu verstehen, die trotz ihrer Komplexität und den damit verbundenen Risiken, eine unverzichtbare Rolle in der klinischen Praxis spielt.

Die Fähigkeit, diese Prozedur sicher und effektiv durchzuführen, ist eine entscheidende Kompetenz für medizinisches Fachpersonal. Von der richtigen Indikationsstellung über die Durchführung bis hin zur Nachsorge.  Jede Phase des endotrachealen Absaugens erfordert Sorgfalt und Präzision. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, die nicht nur die Grundlagen und Schritt-für-Schritt-Anweisungen des endotrachealen Absaugens abdeckt, sondern auch die Bedeutung der Patientensicherheit und des Komforts hervorhebt.

Mit dem Ziel, medizinisches Fachpersonal in dieser wichtigen Prozedur zu schulen und aufzuklären, gehen wir auf Indikationen, Risiken, Best Practices sowie klinische Empfehlungen ein. Darüber hinaus beleuchten wir anhand von Fallbeispielen und klinischen Szenarien die praktische Anwendung dieser lebenswichtigen Technik. Folge uns auf dieser informativen Reise, um dein Wissen über das endotracheale Absaugen zu vertiefen und deine Fähigkeiten in der Patientenversorgung zu verbessern.

Grundlagen des endotrachealen Absaugens

Definition und Anwendungsbereiche

Das endotracheale Absaugen ist eine medizinische Prozedur, die darauf abzielt, Sekrete, Blut oder andere Hindernisse aus den Atemwegen eines Patienten zu entfernen. Diese Technik ist besonders bei Patienten notwendig, die intubiert sind oder über einen Tracheostoma atmen. Dies ist wichtig, da sie oft nicht in der Lage sind, Atemwegssekrete selbstständig abzuhusten. Das endotracheale Absaugen wird in der Regel in der Intensivpflege, in der Notfallmedizin und in der Anästhesie eingesetzt. Das Ziel dabei ist, die Atemwege offen und frei von Blockaden zu halten, was für die Aufrechterhaltung einer adäquaten Ventilation und Oxygenierung essentiell ist.

Diese Prozedur erfordert spezielles Fachwissen und sorgfältige Handhabung, um sicherzustellen, dass der Patient während des Absaugvorgangs nicht verletzt wird und dass die Atemwege effektiv gereinigt werden. Die Häufigkeit und die Technik des Absaugens hängen von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der individuellen Bedürfnisse des Patienten und der Art der Atemwegssicherung.

Unterschied zwischen endotrachealem und nasopharyngealem Absaugen

Obwohl sowohl das endotracheale als auch das nasopharyngeale Absaugen dazu dienen, die Atemwege von Sekreten zu befreien, gibt es wesentliche Unterschiede zwischen diesen beiden Methoden.

Beim endotrachealen Absaugen wird ein Absaugkatheter direkt durch den Endotrachealtubus oder das Tracheostoma in die Trachea eingeführt. Diese Methode ermöglicht eine direkte und effektive Entfernung von Sekreten aus den unteren Atemwegen. Das endotracheale Absaugen ist eine invasive Prozedur, die eine sorgfältige Technik erfordert, um Traumata und andere Komplikationen zu vermeiden.

Im Gegensatz dazu ist das nasopharyngeale Absaugen eine weniger invasive Methode, bei der ein Absaugkatheter durch die Nase in den Rachenraum eingeführt wird. Diese Technik wird typischerweise verwendet, um Sekrete aus den oberen Atemwegen zu entfernen. Sie eignet sich besonders für Patienten, die nicht intubiert sind, aber Schwierigkeiten haben, Sekrete eigenständig abzuhusten oder zu schlucken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das endotracheale Absaugen in der Regel für tiefere Atemwegsprobleme eingesetzt wird. Das nasopharyngeale Absaugen findet eher für Probleme im oberen Atemwegsbereich Anwendung. Beide Methoden erfordern spezifische Fähigkeiten und Kenntnisse über die jeweilige Technik und die physiologischen Reaktionen des Patienten auf den Absaugvorgang.

Indikationen für das endotracheale Absaugen

Medizinische Gründe für das Absaugen

Das endotracheale Absaugen ist eine kritische Intervention, die in verschiedenen medizinischen Szenarien notwendig wird. Die Hauptindikation für diese Prozedur ist die Ansammlung von Sekreten in den Atemwegen, die nicht selbstständig durch den Patienten abgehustet werden können. Dies kann bei einer Reihe von Zuständen der Fall sein, darunter:

  • Ateminsuffizienz: Bei Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht effektiv atmen können, kann sich Schleim in den Atemwegen ansammeln.
  • Bewusstseinsverlust: Unfähigkeit zur Eigenatmung oder zum Abhusten aufgrund von Bewusstlosigkeit oder Sedierung.
  • Neurologische Störungen: Erkrankungen wie ALS oder schwere Schlaganfälle können die Fähigkeit zum Husten beeinträchtigen.
  • Postoperative Versorgung: Patienten, die nach einer Operation intubiert bleiben, benötigen häufig Absaugungen, um die Atemwege frei zu halten.

Diese medizinischen Gründe für das Absaugen erfordern eine sorgfältige Beurteilung und Überwachung des Patientenzustands, um den optimalen Zeitpunkt für die Durchführung der Absaugung zu bestimmen.

Patientengruppen und spezifische Bedürfnisse

Das endotracheale Absaugen wird bei einer Vielzahl von Patientengruppen durchgeführt, wobei jeder Patient spezifische Bedürfnisse und Risiken aufweist. Zu diesen Gruppen gehören:

  • Intensivpatienten: Patienten auf der Intensivstation, insbesondere diejenigen, die mechanisch beatmet werden, benötigen regelmäßiges endotracheales Absaugen
  • Neugeborene und Kinder: Insbesondere in neonatologischen und pädiatrischen Intensivstationen, wo junge Patienten oft nicht in der Lage sind, ihre Atemwege selbstständig freizuhalten.
  • Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen: Solche mit Erkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Mukoviszidose können von regelmäßigem Absaugen profitieren, um Atemnot zu vermeiden.
  • Langzeitbeatmete Patienten: Personen, die über längere Zeiträume beatmet werden, benötigen oft wiederholtes Absaugen, um Infektionen und Atemkomplikationen vorzubeugen.

Für jede dieser Patientengruppen ist es entscheidend, eine individuelle Beurteilung vorzunehmen und das Absaugen an deren spezifische Bedürfnisse und Reaktionen anzupassen. Die genaue Kenntnis der Indikationen und des Zustands der Patienten ist unerlässlich, um die Sicherheit und Effektivität des endotrachealen Absaugens zu gewährleisten.

Erweiterte Patientengruppen

Zu den bereits genannten Patientengruppen müssen auch neuromuskuläre Patienten hinzugefügt werden. Diese leiden unter degenerativen und atrophischen Muskelzuständen, die es ihnen unmöglich machen, Sekrete selbstständig abzuhusten. Ein effektives Absaugen ist essenziell, um Atemwegsinfektionen und weitere Komplikationen zu vermeiden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum endotrachealen Absaugen

Vorbereitung des Patienten und der Ausrüstung

Das erfolgreiche endotracheale Absaugen beginnt mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Zunächst ist es wichtig, den Patienten über den bevorstehenden Vorgang aufzuklären. Dies reduziert Angst und Stress. Dann überprüfst du die Vitalzeichen des Patienten. Achte auf Anzeichen von Atemnot oder Unbehagen.

Auch die Lagerung des Patienten ist entscheidend, um den Absaugvorgang zu erleichtern und die Effizienz zu maximieren. In den meisten Fällen ist eine leichte Oberkörperhochlagerung empfehlenswert.

Vor, während und nach dem Absaugen sollte die Sauerstoffsättigung kontinuierlich überwacht werden, um sofort auf eventuelle Veränderungen reagieren zu können.

Die benötigte Ausrüstung umfasst:

  • Einen sterilen Absaugkatheter.
  • Ein Absauggerät.
  • Handschuhe und ggf. weitere Schutzkleidung.
  • Steriles Wasser oder Kochsalzlösung für die Spülung.

Stelle sicher, dass das Absauggerät richtig funktioniert. Wähle einen Katheter der passenden Größe aus. Bereite alles in Reichweite des Patienten vor.

Durchführung des Absaugvorgangs

Bei der Durchführung des endotrachealen Absaugens gibt es spezifische Aspekte, die beachtet werden müssen.

Der Absaugvorgang sollte ruhig und systematisch erfolgen. Beginne, indem du dir sterile Handschuhe anziehst, um die Sterilität und Patientensicherheit zu gewährleisten. Beim Umgang mit dem Katheter muss zwischen dem Absaugen mit Sog (für atraumatische Katheter) und ohne Sog (für traumatische Katheter) unterschieden werden. Die Sogstärke sollte so eingestellt werden, dass sie effektiv ist, ohne die Schleimhäute zu verletzen. Öffne den Katheter, ohne die Spitze zu berühren. Verbinde ihn mit dem Absauggerät. Bei Bedarf kannst du den Katheter mit steriler Flüssigkeit befeuchten.

Führe den Katheter vorsichtig in den Endotrachealtubus ein. Vermeide Gewaltanwendung.  Der Katheter sollte nicht tiefer als 1-2 cm über den Endotrachealtubus oder das Tracheostoma eingeführt werden, um einen Vagusreiz und damit verbundene Komplikationen zu vermeiden. Beim Einführen sollest du auf den Rhythmus des Patienten achten. Sauge nicht länger als 10 bis 15 Sekunden. Zu langes Absaugen kann zu Sauerstoffmangel führen.

Eine Besonderheit gibt es bei beatmeten Patienten mit hohem PEEP. Hier kannst du über eine Tubusverlängerung absaugen, um den Verlust des positiven endexspiratorischen Drucks (PEEP) zu verhindern.

Ziehe den Katheter langsam und vorsichtig zurück. Achte dabei auf die Reaktionen des Patienten. Nach dem Absaugen solltest du erneut die Vitalzeichen überprüfen.

Nachsorge und Hygienemaßnahmen

Nach dem Absaugen ist die richtige Nachsorge entscheidend. Überwache den Patienten auf mögliche Komplikationen. Achte auf Veränderungen in Atmung und Hautfarbe.

Die Nachsorge umfasst die Beobachtung des Patienten auf mögliche Komplikationen, die Aufrechterhaltung einer Oberkörperhochlage und die Gabe von Sauerstoff nach Bedarf und gemäß ärztlicher Anordnung, besonders dann, wenn es zu einem Sättigungsabfall kommt.

Entsorge den benutzten Katheter gemäß den Hygienevorschriften. Reinige das Absauggerät entsprechend den Herstellerangaben. Dokumentiere den Absaugvorgang in der Patientenakte.

Hygiene ist bei diesem Verfahren sehr wichtig. Wasche deine Hände gründlich vor und nach dem Absaugen. Dies verhindert die Übertragung von Infektionen.

Handlungskompetenz entwickeln

Für die Entwicklung der Handlungskompetenz ist es entscheidend, die Vorbereitung und Durchführung genau zu verstehen. Eine detaillierte Betrachtung unserer Videoanleitung auf unserem YouTube-Kanal kann hier zusätzlich Klarheit schaffen. In diesem Video zeigen wir präzise, wie die Vorbereitungen zu treffen sind, illustrieren den korrekten Absaugvorgang und bieten visuelle Hinweise zur richtigen Technik und Nachsorge.

Risiken und Komplikationen beim endotrachealen Absaugen

Mögliche Risiken und wie man sie vermeidet

Obwohl das endotracheale Absaugen eine routinemäßige Prozedur ist, birgt es gewisse Risiken. Diese können minimiert werden, wenn man die richtigen Vorsichtsmaßnahmen trifft.

1. Trauma der Atemwege: Eines der häufigsten Risiken ist ein Trauma der Atemwege. Verwende immer einen geeigneten, weichen Katheter. Führe den Katheter behutsam ein, um Verletzungen zu vermeiden.

2. Hypoxie: Eine unzureichende Sauerstoffversorgung während des Absaugens kann zu Hypoxie führen. Überwache den Sauerstoffgehalt des Patienten sorgfältig. Begrenze die Absaugzeit auf 10 bis 15 Sekunden.

3. Infektionen: Achte auf strenge Hygienestandards. Verwende sterile Absaugkatheter und Handschuhe. Wechsele das Absaugzubehör regelmäßig.

4. Vagusnervstimulation: Die Stimulation des Vagusnervs kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Beobachte den Patienten auf Anzeichen einer Bradykardie. Brich bei Bedarf den Vorgang ab und informiere das medizinische Team.

Umgang mit Komplikationen während des Absaugens

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können während des Absaugens Komplikationen auftreten. Ein effektiver Umgang mit diesen Situationen ist entscheidend.

– Bei Anzeichen von Atemnot oder Hypoxie unterbrich das Absaugen sofort. Versorge den Patienten mit zusätzlichem Sauerstoff.
– Treten Herzrhythmusstörungen auf, stoppe das Absaugen. Überwache die Herzfrequenz und informiere das medizinische Team.
– Bei Blutungen aus den Atemwegen beende das Absaugen. Behalte die Vitalzeichen im Auge und suche nach der Ursache der Blutung.
– Sollte es zu einer Infektion kommen, behandele diese entsprechend den klinischen Richtlinien. Informiere das medizinische Team über die Infektion.

Durch Kenntnis der Risiken und kompetentes Handeln bei Komplikationen kann das endotracheale Absaugen sicher und effektiv durchgeführt werden.

Best Practices und klinische Empfehlungen beim endotrachealen Absaugen 

Expertenempfehlungen zur Durchführung

Ein effektives und sicheres endotracheales Absaugen basiert auf bewährten Praktiken und Empfehlungen von Experten. Hier sind einige Schlüsselaspekte:

1. Beurteilung vor dem Eingriff: Beurteile zunächst den Zustand des Patienten vor dem Absaugen. Überprüfe die Atemfrequenz, den Sauerstoffgehalt und andere Vitalzeichen.

2. Vorbereitung und Schulung: Stelle sicher, dass das Personal gut geschult ist und dass alle notwendigen Ausrüstungen bereitstehen. Dies umfasst sterile Absaugkatheter, Handschuhe und ein funktionierendes Absauggerät.

3. Sanfte Technik: Führe den Katheter vorsichtig ein, um Traumata zu vermeiden. Vermeide unnötigen Druck und schnelle Bewegungen.

4. Kontinuierliche Überwachung: Überwache den Patienten während des gesamten Vorgangs. Achte auf Veränderungen in der Atmung, der Herzfrequenz und anderen Vitalparametern.

5. Hygiene und Infektionskontrolle: Verwende sterile Techniken, um das Risiko von Infektionen zu minimieren. Wechsle die Absaugkatheter zwischen den Anwendungen.

Aktuelle Forschungsergebnisse und Richtlinien

Die Praktiken im endotrachealen Absaugen entwickeln sich stetig weiter, getrieben durch neue Forschungsergebnisse und Richtlinien. Aktuelle Studien betonen die Bedeutung einer individualisierten Herangehensweise beim Absaugen. Jeder Patient reagiert unterschiedlich, und die Behandlung sollte diesen Unterschieden Rechnung tragen.

Weitere Forschungen unterstreichen die Notwendigkeit, den Sauerstoffgehalt während und nach dem Absaugen zu überwachen. Dies dient dazu, Hypoxie und daraus resultierende Komplikationen zu vermeiden.

Internationale Richtlinien, wie die der American Association for Respiratory Care (AARC), bieten wertvolle Orientierungshilfen. Sie empfehlen, die Häufigkeit des Absaugens an den individuellen Bedarf des Patienten anzupassen und nicht nach einem festen Zeitplan.

Durch die Beachtung dieser Best Practices und der neuesten Forschungsergebnisse kann das endotracheale Absaugen sicherer und effektiver für Patienten aller Altersgruppen und Zustände gestaltet werden.

Bedeutung der Patientensicherheit und Komfort beim endotrachealen Absaugen 

 Maßnahmen zur Gewährleistung der Patientensicherheit

Patientensicherheit ist das oberste Gebot bei jeder medizinischen Prozedur, besonders beim endotrachealen Absaugen. Um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, sollten folgende Maßnahmen berücksichtigt werden:

1. Sorgfältige Überwachung: Überwache kontinuierlich die Vitalzeichen des Patienten. Achte auf Veränderungen in der Atmung und Herzfrequenz.

2. Verwendung von geeigneten Materialien: Wähle Absaugkatheter der richtigen Größe und Weichheit. Dies verringert das Risiko von Atemwegsverletzungen.

3. Sauerstoffversorgung: Stelle sicher, dass zusätzlicher Sauerstoff verfügbar ist. Dies ist besonders wichtig, falls der Patient während des Absaugens Atemschwierigkeiten entwickelt.

4. Hygienische Praktiken: Verwende sterile Techniken, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Dies beinhaltet das Tragen von Handschuhen und die Verwendung steriler Absaugkatheter.

5. Dokumentation: Protokolliere jeden Absaugvorgang genau. Dies hilft, die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern.

Psychologische Aspekte und Patientenkomfort

Neben der physischen Sicherheit ist der psychologische Aspekt und der Komfort des Patienten beim endotrachealen Absaugen von großer Bedeutung.

1. Kommunikation: Erkläre dem Patienten den Ablauf der Prozedur, wenn dies möglich ist. Eine klare Kommunikation kann Ängste reduzieren.

2. Einfühlsame Betreuung: Zeige Verständnis für die Ängste und Beschwerden des Patienten. Ein beruhigender Umgang kann die psychische Belastung des Patienten deutlich verringern.

3. Komfortmaßnahmen: Positioniere den Patienten so bequem wie möglich. Achte darauf, dass keine unnötigen Schmerzen oder Unbehagen verursacht werden.

4. Nachsorge: Nach dem Absaugen solltest du den Patienten auf Komfort und Wohlbefinden überprüfen. Biete Unterstützung und Beruhigung an, insbesondere wenn der Patient Unbehagen oder Stress erlebt hat.

Durch die Berücksichtigung dieser Aspekte der Patientensicherheit und des Komforts kann das endotracheale Absaugen nicht nur effektiv, sondern auch mit größtmöglicher Rücksicht auf das Wohlergehen des Patienten durchgeführt werden.

Fallbeispiele und klinische Szenarien beim endotrachealen Absaugen

Das Verständnis für das endotracheale Absaugen wird durch die Betrachtung realer klinischer Szenarien und Fallbeispiele vertieft. Diese praktischen Beispiele helfen dabei, die theoretischen Kenntnisse mit realen Situationen zu verknüpfen und die Entscheidungsfindung zu verbessern.

Fallbeispiel 1: Der Intensivpatient

Ein 58-jähriger Patient wurde nach einer großen Operation intubiert und mechanisch beatmet. Am zweiten Tag auf der Intensivstation zeigte er Anzeichen einer erhöhten Sekretproduktion und Atemnot. Das medizinische Team entschied sich für ein endotracheales Absaugen. Der Patient wurde sorgfältig überwacht und der Absaugkatheter korrekt eingeführt. Nach dem Absaugen verbesserten sich seine Atmung und seine Sauerstoffsättigung deutlich.

Analyse: Dieses Beispiel zeigt die Bedeutung des endotrachealen Absaugens bei intubierten Patienten. Es verdeutlicht, wie entscheidend eine schnelle Reaktion auf Anzeichen von Atemnot ist.

Fallbeispiel 2: Der neurologische Patient

Eine 70-jährige Patientin mit fortgeschrittener Amyotropher Lateralsklerose (ALS) wurde mit Atembeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert. Aufgrund ihrer Erkrankung konnte sie die Atemwege nicht selbstständig freihalten. Sie benötigte regelmäßiges endotracheales Absaugen. Das Pflegepersonal setzte die Prozedur behutsam um, achtete auf die minimale Stimulation des Vagusnervs und überwachte die Patientin kontinuierlich.

Analyse: Dieser Fall illustriert die Herausforderungen beim endotrachealen Absaugen bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Die schonende Durchführung und kontinuierliche Überwachung sind entscheidend.

Fallbeispiel 3: Das pädiatrische Szenario

Ein 3-jähriges Kind, das wegen einer schweren Bronchitis hospitalisiert wurde, zeigte Anzeichen von erhöhter Sekretansammlung in den Atemwegen. Aufgrund seines Alters und seiner Erkrankung war das endotracheale Absaugen notwendig. Unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse pädiatrischer Patienten wurde die Prozedur mit einem kleineren Katheter und mit besonderer Sorgfalt durchgeführt.

Analyse: Dieses Beispiel betont die Notwendigkeit einer altersgerechten Herangehensweise beim endotrachealen Absaugen, insbesondere bei Kindern. Die Auswahl der richtigen Ausrüstung und eine sanfte Durchführung sind hierbei essenziell.

Diese Fallbeispiele aus der klinischen Praxis bieten wertvolle Einblicke in die Vielfalt der Situationen, in denen endotracheales Absaugen angewendet wird. Sie unterstreichen die Bedeutung einer individuellen Herangehensweise und der Anpassung der Technik an die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten.

Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Das endotracheale Absaugen ist eine entscheidende Fertigkeit in der medizinischen Versorgung, die sowohl Fachwissen als auch sorgfältige Durchführung erfordert. Im Laufe dieses Artikels haben wir verschiedene Aspekte dieser lebenswichtigen Prozedur beleuchtet, von den grundlegenden Techniken über die Risikomanagementstrategien bis hin zu spezifischen klinischen Szenarien.

Wichtigste Punkte und Lernziele

– Technik und Anwendung: Wir haben die Grundlagen des endotrachealen Absaugens erörtert, einschließlich der korrekten Technik und der unterschiedlichen Anwendungsbereiche.

– Patientensicherheit: Die Sicherheit und der Komfort des Patienten sind von höchster Bedeutung. Durch sorgfältige Überwachung und empathischen Umgang kann das Risiko von Komplikationen minimiert werden.

– Risikomanagement: Das Verständnis und die Vermeidung von potenziellen Risiken und Komplikationen sind entscheidend für eine sichere Durchführung des Absaugens.

– Praxisbeispiele: Durch die Betrachtung verschiedener Fallbeispiele konnten wir die Anwendung der Theorie in der Praxis nachvollziehen und die Notwendigkeit einer individuellen Herangehensweise hervorheben.

Abschließende Gedanken

Das endotracheale Absaugen bleibt eine komplexe, aber unerlässliche Technik in der Patientenversorgung. Die kontinuierliche Ausbildung und Praxis in dieser Technik sind unerlässlich, um die Qualität der Versorgung zu verbessern und die besten Ergebnisse für die Patienten zu erzielen. Es ist wichtig, dass das medizinisches Fachpersonal regelmäßig an Schulungen und Weiterbildungen teilnimmt, um auf dem neuesten Stand der besten Praktiken und klinischen Richtlinien zu bleiben.

Die in diesem Artikel vorgestellten Informationen sollen als Grundlage dienen, um das Bewusstsein für die Bedeutung des endotrachealen Absaugens zu schärfen und das Fachwissen in diesem Bereich zu vertiefen. Letztendlich ist das Ziel, durch kompetente und sichere Praktiken das Wohlbefinden und die Gesundheit der Patienten zu gewährleisten.

Auf unserem YouTube-Kanal findest du ein anschauliches Video zu diesem Thema:

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Geschrieben von:

Stephanie Traber

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