Die Prüfung des Medizinischen Dienstes: Ein umfassender Leitfaden

Die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen ist von entscheidender Bedeutung, und die Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) spielen dabei eine zentrale Rolle. Diese Prüfungen stellen sicher, dass die erbrachten Leistungen den medizinischen Anforderungen entsprechen und dass die Abrechnungen korrekt erfolgen. In diesem Artikel bieten wir einen umfassenden Überblick über die MDK-Prüfung, einschließlich der allgemeinen Aspekte, der QPR-Richtlinien und der spezifischen Prüfkriterien.

Was ist die MDK-Prüfung?

Die MDK-Prüfung ist ein Verfahren, das von den gesetzlichen Krankenkassen initiiert wird, um die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der im Gesundheitswesen erbrachten Leistungen zu überprüfen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung ist dabei für die Durchführung der Prüfungen zuständig. Diese Prüfungen können sowohl in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern als auch in ambulanten Einrichtungen wie Arztpraxen stattfinden.

Allgemeines 

Die Prüfung zielt darauf ab, Transparenz im Gesundheitswesen zu schaffen und die Qualität der Patientenversorgung zu sichern. Während der Prüfungen werden verschiedene Aspekte bewertet, darunter:

– Die Angemessenheit der Diagnosen und der Therapien.

– Die korrekte Dokumentation der Behandlungen.

– Die Einhaltung der aktuellen medizinischen Leitlinien und Standards.

QPR-Richtlinien

Die Qualitätssicherungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (QPR) bilden die Basis für die Prüfungen. Sie definieren die Anforderungen, die medizinische Einrichtungen erfüllen müssen, um eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten. Die QPR-Richtlinien umfassen unter anderem Vorgaben zur Strukturqualität, zur Prozessqualität und zur Ergebnisqualität in der medizinischen Versorgung.

Kriterien

Die Kriterien der Prüfung sind vielfältig und abhängig von der Art der Einrichtung sowie der spezifischen Dienstleistung. Typische Prüfkriterien beinhalten:

– Die Überprüfung der medizinischen Notwendigkeit erbrachter Leistungen.

– Die Bewertung der Leistungsdokumentation auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

– Die Kontrolle der Abrechnung gegenüber den Krankenkassen.

Vorbereitung Prüfung.

Die Vorbereitung auf eine Prüfung des Medizinischen Dienstes bei einem Intensivpflegedienst erfordert sorgfältige Planung und Kenntnisse über die relevanten Richtlinien und Anforderungen. Hier sind einige konkrete Schritte, die Sie bei der Vorbereitung auf die Prüfung berücksichtigen sollten:

Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen: Stelle im ersten Schritt sicher, dass du alle relevanten Gesetze und Verordnungen kennst, die den Betrieb eines Intensivpflegedienstes regeln. Dazu gehören beispielsweise das Sozialgesetzbuch (SGB XI und SGB V) und andere einschlägige Regelwerke.

Dokumentation und Qualitätssicherung: Überprüfe alle relevanten Dokumentationsverfahren und Prozesse. Der Medizinische Dienst wird in den meisten Fällen auf eine ordnungsgemäße Dokumentation und Qualitätssicherung achten. Achte daher darauf, dass alle Protokolle, Berichte und Aufzeichnungen den vorgeschriebenen Standards entsprechen.

Schulung des Personals: Du solltest in jedem Fall gewährleisten können, dass dein Personal über die notwendigen Qualifikationen und Schulungen verfügt, um hochwertige Intensivpflege anzubieten. Halte daher die Schulungsunterlagen immer auf dem neuesten Stand und dokumentiere die Fortbildungen deiner Mitarbeiter. Intensivpflegedienste sind lt. neuer Bundesrahmenempfehlung verpflichtet, die fachliche Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung, die Leistungen der außerklinischen Intensivpflege erbringen, durch interne und/oder externe Fortbildung im Umfang von mindestens 16 Stunden je Kalenderjahr zu gewährleisten. Die Fortbildungsmaßnahmen sollen die besonderen Belange der Versorgung von beatmungspflichtigen oder trachealkanülierten Versicherten ausreichend berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere die folgenden Themengebiete:

  • spezielle Überwachung des Gesundheitszustandes,
  • Pflege des Tracheostomas, Trachealkanülenwechsel,
  • Sekretmanagement,
  • Beatmungsgeräte und Therapieformen,
  • Umgang mit enteraler und parenteraler Ernährung,
  • Umgang mit Inhalations- und Absauggeräten,
  • Wirkung/Nebenwirkung von Medikamenten,
  • Bewertung von Vitalparametern (z. B. Herz-Kreislauf-Monitoring),
  • notwendige Interventionen, z. B. bei Stoffwechselentgleisung, Atmungs- und
  • Kreislaufversagen,
  • Einleitung, Durchführung von Notfallmaßnahmen,
  • spezielle Hygienemaßnahmen.

Basiskurs – Pflegefachkraft für außerklinischen Intensivpflege: Alle Pflegefachkräfte, die die fachpflegerische Versorgung bei beatmeten Versicherten und nicht beatmeten, aber trachealkanülierten Versicherten mit einem Bedarf an außerklinischer  Intensivpflege übernehmen, müssen neben einer medizinischen Ausbildung die Zusatzqualifikation „Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung“ absolvieren. Siehe dir dazu gerne unser Angebot zu online Basiskursen an: https://www.digital-identity.cc/weiterbildung-fachkraft-ausserklinische-intensivpflege/

Notfallmanagement: Überprüfe deine Notfallpläne und -protokolle. Es kommt immer wieder vor, dass der Medizinische Dienst sehen möchte, dass dein Team in der Intensivpflege in der Lage ist, in Notfallsituationen angemessen zu reagieren. Daher solltest du sicherstellen, dass dein Team entsprechend geschult ist.

Kommunikation und Zusammenarbeit: Der Medizinische Dienst könnte auch die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb des Pflegepersonals, aber auch mit anderen Gesundheitsdienstleistern überprüfen wollen. Sorge dafür, dass klare Kommunikationswege etabliert sind und die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften reibungslos funktioniert.

Hygiene und Infektionsschutz: Beachte alle relevanten Hygienevorschriften und Maßnahmen zum Infektionsschutz. Der Medizinische Dienst wird auf die Einhaltung dieser Bestimmungen großen Wert legen.

Patientenrechte: Achte darauf, dass du und dein Team die Rechte der Patienten respektierst und umsetzt. Dazu gehören beispielsweise die Informationspflicht, Datenschutz und die Einhaltung ethischer Grundsätze.

Vorbereitung auf Fragen: Überlege dir im Voraus, welche Fragen der Medizinische Dienst stellen könnte, und bereite klare, präzise Antworten vor. Dies könnte Aspekte wie Pflegeplanung, Ressourcenmanagement und Patientenzufriedenheit umfassen.

Es ist ratsam, im Vorfeld Kontakt mit dem Medizinischen Dienst aufzunehmen, um spezifische Anforderungen und Erwartungen zu klären. Eine transparente Kommunikation und eine umfassende Vorbereitung können dazu beitragen, dass dein Intensivpflegedienst gut abschneidet.

Vorbereitung in einem Intensivpflegedienst: Fokus auf Fortbildungen

Fortbildungen spielen neben einer umfassenden Strategie eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung. Diese Weiterbildungen gewährleisten nicht nur die Aktualität des Fachwissens und der Fähigkeiten des Personals, sondern demonstrieren auch gegenüber dem MDK das Engagement für höchste Pflegestandards. Folgende Punkte solltest du beachten:

1. Analyse der Fortbildungsbedürfnisse:
– Beginne mit einer gründlichen Analyse der aktuellen Qualifikationen und potenziellen Wissenslücken deines Teams.
– Berücksichtige dabei stets die spezifischen Anforderungen der Intensivpflege, einschließlich technischer Fähigkeiten, Notfallreaktionen und dem Umgang mit komplexen Krankheitsbildern.

2. Planung gezielter Fortbildungen:
– Organisiere Fortbildungen, die auf die identifizierten Bedürfnisse abgestimmt sind.
– Priorisiere Themen, die für die Qualitätssicherung in der Intensivpflege und die MDK-Prüfkriterien besonders relevant sind, wie z.B. Hygienemanagement, Wundversorgung und Dokumentationspraxis.

3. Durchführung regelmäßiger Schulungen:
– Führe regelmäßige interne oder externe Schulungen durch, um das Wissen und die Fertigkeiten des Personals kontinuierlich zu verbessern.
– Unsere eLearning Plattform stellt eine Vielzahl an digitalen Schulungen und relevanten Pflegethemen zur Verfügung. So können deine Mitarbeiter sich von überall aus fortbilden und sind immer auf dem neuesten Stand. Siehe dir dazu gerne unser eLearning Angebot an: https://www.digital-identity.cc/

4. Fokus auf praxisnahe Fortbildungen:
– Stelle sicher, dass die Fortbildungen praxisnah gestaltet sind, sodass das Personal direkte Anwendungsmöglichkeiten für das Gelernte in ihrem Arbeitsalltag erkennen kann. Unsere Online-Webinare sind hierfür prädestiniert. Siehe dir dazu gerne unser Webinar Angebot an: https://www.digital-identity.cc/events/
– Fallstudien und Simulationen von MDK-Prüfsituationen können besonders hilfreich sein, um das Personal auf die Prüfung vorzubereiten.

5. Dokumentation der Fortbildungsmaßnahmen:
– Dokumentiere alle durchgeführten Schulungen und Fortbildungen sorgfältig.
– Halte Teilnahmelisten, Inhalte und ggf. erzielte Zertifikate oder Qualifikationen fest, um diese bei der MDK-Prüfung vorlegen zu können. Auf unserer eLearning-Plattform hast du alles an einem Platz und übersichtlich gestaltet, so dass du zu jeder Zeit sehen kannst, welche Fortbildungen deine Mitarbeiter absolviert haben.

6. Feedback und Evaluierung:
– Sammele regelmäßig Feedback von deinem Personal zu den Fortbildungsmaßnahmen, um die Qualität und Relevanz der Angebote sicherzustellen.
– Evaluiere den Erfolg der Schulungen durch regelmäßige Überprüfungen der Arbeitsqualität und der Einhaltung der MDK-Kriterien.

Indem ein Intensivpflegedienst in gezielte Fortbildungen investiert und eine Kultur des lebenslangen Lernens fördert, kann er nicht nur die MDK-Prüfung erfolgreich bestehen, sondern auch die Versorgungsqualität für die Patienten kontinuierlich verbessern.

Schlussfolgerung

Die Prüfung des Medizinisches Dienstes ist ein entscheidender Mechanismus zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen. Eine gute Vorbereitung und kontinuierliche Qualitätssicherung sind der Schlüssel zum Erfolg in diesem Prozess. Indem medizinische Einrichtungen die Anforderungen der QPR-Richtlinien erfüllen und sich aktiv auf die Prüfkriterien des MDK einstellen, können sie nicht nur die Prüfungen erfolgreich bestehen, sondern auch die Versorgungsqualität für ihre Patienten kontinuierlich verbessern.

Wir haben zu diesem wichtigen Thema auch ein Video auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht. Schau es dir gerne an:

 

 

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Geschrieben von:

Stephanie Traber